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Wann immer ich gefragt werde, was ich beruflich mache und ich antworte dann wahrheitsgemäß, ich schreibe, ernte ich zunächst skeptische Blicke, in der Regel gefolgt von denselben Fragen, die ich hier deswegen gerne einfach mal beantworten möchte:
 

Kann man denn davon leben?

 

Woher nimmst du denn die ganzen Ideen?

 

Und wie sieht bei dir so ein normaler Arbeitstag aus?

 

Könntest Du aus meinem Leben auch mal einen Roman/Film machen?

 

Wie bist du überhaupt auf die völlig hirnrissige Idee gekommen, zu schreiben?

 

Was ist denn leichter, schöner, besser, ein Drehbuch oder einen Roman zu schreiben?

Beides ist spannend und ergänzt sich ganz ausgezeichnet. Drehbücher schreibe ich immer im Team, das macht die ansonsten recht einsame Arbeit lustiger und auch ergiebiger. Da man beim Drehbuch nicht wahllos drauflosschreiben kann, sondern von vielen Faktoren erstmal viel eingeschränkter ist als bei Romanen – die Serienstruktur, das Sendeformat, den Drehorten, Kosten, Schauspielern, etc., - kommt man im Team meist zu besseren Ergebnissen und ist auch schneller, denn beim Fernsehen muss es in der Regel recht fix gehen. Produzenten, Redakteure, Schauspieler, Regisseure, alle haben ihre Wünsche und die müssen berücksichtigt werden. Das heißt also beim Drehbuch, insbesondere fürs Fernsehen, kann man nur innerhalb gewisser Vorgaben kreativ sein. Aber wenn man dann am Ende bei einem Glas Wein vor dem Fernseher sitzt und sieht, wie den Worten Leben eingehaucht wurde, ist das immer wieder aufregend. Und bei schlechten Kritiken kann ich es immer noch auf den Regisseur, die Schauspieler oder das Wetter schieben. Bei den Romanen bin ich freier, was Ideen, Stil und das Schreiben selbst angeht. Die Texte und Gedanken sind persönlicher, ich kann mehr mit der Sprache spielen, lange nach der richtigen Formulierung suchen. Außerdem ist man frei von finanziellen Zwängen, ich könnte meine Figuren mal eben für einen Kaffee nach Papua-Neuguinea schicken, während der Produzent sagen würde, „Hör mal, tolle Idee, das mit Papua Neuguinea, aber können die den Kaffee nicht auch in Köln Ossendorf trinken?“